2008-04-18 23:35 von admin
Bundeskanzlerin Merkel kann Schmerzpatientin, die Dronabinol benötigt, nicht helfen
In einem Schreiben an Frau Ute Köhler drückt Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Bedauern aus, dass sie ihr bei Ihrem Wunsch nach einer Kostenübernahme des Medikamentes Dronabinol (THC) durch ihre Krankenkasse nicht helfen könne. Frau Köhler hatte sich mit Unterstützung des Ministerpräsidenten von Thüringen, Dieter Althaus (CDU), an die Bundeskanzlerin gewandt. Seit Jahren kämpft sie für die Kostenübernahme von Dronabinol durch ihre Krankenkasse, die AOK. Diese verweigert ihr jedoch die Kostenübernahme, da Dronabinol in Deutschland nicht arzneimittelrechtlich zugelassen ist. Von anderen Kassen wird das Medikament jedoch zum Teil erstattet. Frau Köhler leidet nach einer Strahlentherapie wegen einer Krebserkrankung unter starken Schmerzen, die erst durch die Einnahme von Dronabinol ab dem Jahre 2000 erträglich wurden. Da Frau Köhler sich das Medikament finanziell nicht leisten kann, ist sie darauf angewiesen, dass ihr das Medikament gesponsert wird. Unter anderem hatte eine CDU-Ortsgruppe ihrer Heimat ein Benefizfußballspiel zu ihren Gunsten organisiert.
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2008-04-18 23:33 von admin
Wissenschaftler der Columbia-Universität in New York berichteten von zwei Fällen von Cannabisabhängigkeit, die mit oralem THC behandelt wurden. Sie folgerten, dass angesichts der Tatsache, “dass sich agonistische Substanzen bei der Opiat- und Nikotinabhängigkeit als wirksam erwiesen haben, die klinische Verwendung von Dronabinol für die Cannabisabhängigkeit ein sinnvoller Ansatz ist”.
Quelle: Levin FR & Kleber HD. Am J Addict 2008;17(2):161-4
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2008-04-18 23:30 von admin
Niederlande: Maastricht
Am 1. April erklärte ein Gericht in Maastricht eine städtische Anordnung, nach der Cannabis-Shops Ausländer als Kunden zurückweisen müssen, als unrechtmäßig. Franzosen, Belgier und Deutsche muss der Zugang nun erlaubt werden. Ein Unterschied nach dem Wohnort ist auf Grund des Verbots der Diskriminierung im Artikel 1 der Verfassung nicht erlaubt, wenn keine vernünftigen, objektiven Gründe vorliegen, die dies rechtfertigen könnten. Der Richter erklärte jedoch, dass solche Gründe nicht vorlägen.
Quelle: NIC-News-Bulletin vom 2. April 2008
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2008-04-18 23:27 von admin
Deutschland: Bleivergiftung wegen gestrecktem Cannabis
In den vergangenen Monaten wurde in Deutschland eine Anzahl von Bleivergiftungen, überwiegend in der Region von Leipzig, beobachtet. Einige Fälle traten auch an anderen Orten, wie München und Wien in Österreich, auf. Nach einem Bericht im New England Journal of Medicine wurden 29 Patienten mit klassischen Zeichen und Symptomen einer Bleivergiftung, die in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland nicht aufgetreten war, in vier verschiedene Krankenhäuser im Großraum Leipzig eingewiesen. Alle Patienten waren regelmäßige Cannabiskonsumenten, und Blei wurde im Cannabis einiger Patienten gefunden.
Es wurde eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet, um den Verursacher der Bleibeimischung zu finden. Das Blei war dem Cannabis offensichtlich von Drogenhändlern hinzugefügt worden, um das Gewicht und damit den Profit zu erhöhen. Ein anonymes Screening-Programm für Cannabiskonsumenten wurde begonnen, und weitere 95 Personen mit behandlungsbedürftigen Blei-Konzentrationen im Blut wurden gefunden. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, gab eine Warnung heraus, nach der Cannabis mit Blei versetzt sein kann. Verschiedene Organisationen forderten eine legale Möglichkeit zum Eigenanbau von Cannabis für den persönlichen Bedarf, um die Gefahren des Cannabiskonsums zu reduzieren.
Quelle: Busse F, Omidi L, Leichtle A, Windgassen M, Kluge E, Stumvoll M. Lead poisoning due to adulterated marijuana. N Engl J Med 2008;358(15):1641-2
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2008-04-18 23:25 von admin
Vorläufige Ergebnisse einer Studie mit Sativex bei neuropathischen Schmerzen wegen multipler Sklerose
Am 8. April gab GW Pharmaceuticals vorläufige Ergebnisse einer Plazebo-kontrollierten Phase-III-Studie ihres Cannabisextrakts Sativex bei 339 Patienten mit zentralen neuropathischen Schmerzen bei multipler Sklerose, die mit den bestehenden Therapien keine ausreichende Schmerzlinderung erzielten, bekannt. Der primäre auf die Wirksamkeit bezogene Endpunkt der Studie war der Anteil der Patienten, deren Schmerzen auf einer numerischen Skala von 1 bis 10 um mindestens 30 Prozent reduziert wurde. 50 Prozent der Patienten unter Sativex erzielten eine Schmerzreduzierung um mindestens 30 Prozent. Wegen einer unerwartet hohen Zahl von ansprechenden Patienten in der Plazebogruppe wurde allerdings keine statistische Signifikanz erreicht, auch wenn der Unterschied zwischen der Sativexgruppe und der Plazebogruppe klar zu Gunsten von Sativex ausfiel.
Nach Bekanntwerden der negativen Ergebnisse fiel der Wert der Aktien von GW Pharmaceuticals innerhalb eines Tages um etwa ein Viertel. Diese Studie ist eine von drei Phase-III-Studien mit Sativex, die im Jahr 2008 durchgeführt werden, jede mit einer anderen Indikation. Die andere europäische Phase-III- Studie zur MS-Spastik, die von den britischen Zulassungsbehörden verlangt wurde, um für diese Indikation eine Zulassung zu erhalten, soll später in diesem Jahr abgeschlossen werden. Nach der Pressemitteilung zielt die Strategie von GW auf die Zulassung von Sativex für MS-Spastik in Europa und für Krebsschmerzen in den Vereinigten Staaten.
Quellen: Pressemitteilung von GW Pharmaceuticals vom 8. April 2008, Independent vom 9. April 2008
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2008-04-18 23:23 von admin
THC wirksam bei Zwangsstörungen nach Fallberichten
Forscher aus Berlin berichteten im American Journal of Psychiatry von zwei Fällen von Zwangsstörungen (obsessiv- kompulsive Störung), die erfolgreich mit THC behandelt worden waren. Beide Patienten, eine 38-jährige Frau und ein 36-jähriger Mann, erwiesen sich refraktär gegen eine konventionelle Behandlung mit Neuroleptika und Antidepressiva. Nachdem die erste Patientin ihre Ärzte darüber informiert hatte, dass das Rauchen von Cannabis ihre Symptome linderte, wurden dreimal täglich 10 mg orales THC zu ihrer bisherigen Medikation mit Clomipramin hinzugefügt, was innerhalb von 10 Tagen zu einer signifikanten Abnahme der Symptome führte. Der zweite Patient erhielt ebenfalls zusätzlich zu seiner bisherigen Medikation Dronabinol, das langsam auf eine Dosis von zweimal 10 mg täglich gesteigert wurde. Innerhalb von zwei Wochen trat eine deutliche Reduzierung der Symptome auf.
Zwangsstörungen sind im Allgemeinen durch belastende Zwangsgedanken und damit verbundene Zwangshandlungen (Aufgaben oder “Rituale”), die die Zwangsgedanken neutralisieren sollen, charakterisiert. Viele Patienten sprechen nicht gut auf konventionelle Medikamente an, die zudem relevante Nebenwirkungen verursachen können. Basierend auf der Beobachtung, dass THC wirksam bei der Behandlung von Tics beim Tourette-Syndrom ist, und der Beobachtung, dass das Tourette-Syndrom genetisch mit Zwangsstörungen verbunden ist, vermuteten die Forscher, dass THC auch diese Symptome lindern könnte.
Quelle: Schindler F, Anghelescu I, Regen F, Jockers-Scherubl M. Improvement in refractory obsessive compulsive disorder with dronabinol. Am J Psychiatry. 2008 Apr;165(4):536-7
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2008-04-18 23:21 von admin
Spanien: Positive Ergebnisse einer Studie mit dem Cannabisextrakt Sativex in Katalonien
Am 9. April veröffentlichte die katalanische Regierung positive Ergebnisse ihres Pilotprogramms zur Beurteilung des oralen Cannabisextraktes Sativex bei der Behandlung verschiedener Patientengruppen. Nach der Pressemitteilung sprachen etwa die Hälfte der Patienten, die Sativex erhalten hatten, gut an und gaben eine Verbesserung der Symptome an. Insgesamt wurden 207 Patienten mit den folgenden therapeutischen Indikationen aufgenommen: 32 mit neuropathischen Schmerzen wegen multipler Sklerose, 54 mit Spastik wegen MS, 47 mit neuropathischen Schmerzen aufgrund verschiedener Ursachen (außer MS), 41 mit Anorexie-/Kachexie-Syndrom wegen Krebs oder Aids und 33 mit Übelkeit und Erbrechen wegen einer Chemotherapie.
Das Pilotprogramm begann auf Anweisung der Leiterin des katalanischen Gesundheitsministeriums im Januar 2006 und endete im Dezember 2007. Das Projekt fand unter Beteiligung von über 40 Ärzten in sechs Krankenhäusern in der Gegend von Barcelona statt. Nach Marina Geli, Leiterin des katalanischen Gesundheitsministeriums, haben 53 Prozent der Patienten, die an Anorexie und Kachexie wegen Aids litten, wieder Appetit bekommen. Die Zahl der Patienten in der Studie, die an multipler Sklerose und unerträglichen Schmerzen litten, reduzierte sich von 66 auf 35 Prozent.
Quellen: Pressemitteilung von GW Pharmaceuticals vom 9. April 2008
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2008-04-18 23:16 von admin
Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt Erforschung des Endocannabinoidsystems mit 3,1 Millionen Euro
Nach einer Pressemitteilung der Universität Bonn unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Arbeitsgruppe von Wissenschaftlern der Universitäten Mainz und Bonn unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Zimmer mit 3,1 Millionen Euro. In der Pressemitteilung heißt es:
“Wissenschaftler der Universitäten Mainz und Bonn wollen das so genannte Endocannabinoid-System genauer unter die Lupe nehmen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Forschergruppe in den nächsten drei Jahren mit 3,1 Millionen Euro. Endocannabinoide tragen ihren Namen nach der Hanfpflanze Cannabis. Sie ähneln dem Hanf-Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC), der für die berauschende Wirkung von Marihuana verantwortlich ist. Im menschlichen Körper spielt das Endocannabinoid-System eine extrem wichtige Rolle - und das nicht nur im Gehirn: Läuft es aus dem Ruder, können Herzkrankheiten, Allergien, Osteoporose oder Gedächtnisstörungen die Folge sein.
Um die berauschende Wirkung der Hanf-Pflanze Cannabis weiß die Menschheit schon seit Jahrhunderten. Verantwortlich ist ihr Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC): THC dockt im Gehirn an bestimmte Stellen in den Neuronen an, die so genannten CB1- Rezeptoren. Dadurch verändert es die Signalverarbeitung - Folge ist ein Rauschzustand.
Dass es den CB1-Rezeptor überhaupt gibt, hat einen guten Grund: Auch der menschliche Körper selbst stellt nämlich Substanzen her, die an den Rezeptor binden. Diese Endocannabinoide beeinflussen dadurch bestimmte Hirnfunktionen - beispielsweise das Gedächtnis. “Erstaunlicherweise entfalten Endocannabinoide aber auch in anderen Zellen des Körpers eine Wirkung”, erklärt der Sprecher der neuen Forschergruppe Professor Dr. Andreas Zimmer. “Wir haben beispielsweise kürzlich nachgewiesen, dass sie das Knochenwachstum oder auch Entzündungsvorgänge in der Haut regulieren. Dazu binden sie an eine andere Zielstruktur, den CB2-Rezeptor, der im Gehirn nicht vorkommt.”
Inzwischen kristallisiert sich heraus, dass das Endocannabinoid- System im Körper eine zentrale Funktion ausübt: “Wir vermuten, dass es einen Regelkreis darstellt, der den Körper im Gleichgewicht hält”, erklärt Zimmer. Beispielsweise schüttet der Körper bei Gefahr Botenstoffe aus, die Herzfrequenz und Blutdruck erhöhen. So kann er gegebenenfalls schnell flüchten - oder sich einem Kampf stellen. Ist die Gefahr vorbei, beruhigt sich der Organismus wieder. Und gerade für diese Rückkehr zum Normalzustand scheinen Endocannabinoide wichtig zu sein. Dauerstress ist für den Körper extrem schädlich. Eine Fehlfunktion des Endocannabinoid-Systems kann daher vermutlich zu ernsthaften Krankheiten führen - darunter Depressionen, chronische Schmerzen, Herzkrankheiten oder Drogensucht. Die Arbeitsgruppen in Bonn und Mainz wollen daher unter anderem herausfinden, wie der Körper das System reguliert. “Endocannabinoide haben nur eine kurze Lebensdauer”, erklärt Professor Zimmer. “Der Körper baut sie oft innerhalb von Minuten wieder ab. Uns interessiert, wie er das macht und ob wir dabei mit Medikamenten eingreifen können.”
Im Tierexperiment wollen die Wissenschaftler zudem detaillierter untersuchen, welche Folge eine Fehlfunktion der CB1- und CB2-Rezeptoren haben kann. Mittelfristig erhofft sich die Forschergruppe neue Erkenntnisse, wie Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen und sich eventuell therapieren lassen.”
Quelle: Pressemitteilung der Universität Bonn vom 20. Februar 2008
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2008-04-18 23:12 von admin
Eine französische Arbeitsgruppe analysierte 10.000 Unfallberichte mit mehr als 17.000 beteiligten Fahrzeugführern. Das relative Risiko, für den Unfall verantwortlich zu sein, betrug 1,7 für die gesamte Gruppe, 2,3 für Cannabis allein (THC > 1 ng/ml), 9,4 für Alkohol allein (> 0,05 Promille Blutalkoholkonzentration) und 14,1 für die Kombination von Alkohol und Cannabis. Die Forscher folgerten: “Alkohol bleibt das größte Risiko in jedem Alter. Junge Fahrzeugführer, die Alkohol und Cannabis konsumieren, stellen ein wichtiges Ziel für die Prävention dar.”
Quelle: Biecheler MB, et al. Traffic Inj Prev 2008;9(1):11-21
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2008-04-18 23:10 von admin
US-Forscher führten Telefonbefragungen zum Vergleich der Entzugsstärke bei 67 täglichen Cannabiskonsumenten und 54 täglichen Rauchern von Tabakzigaretten, die in den vergangenen 30 Tagen Versuche unternommen hatten, den Konsum einzustellen. Die Stärke der Entzugssymptomatik war in beiden Gruppen ähnlich, mit der Ausnahme des Verlangens nach der Droge und Schwitzen, was beim Tabak etwas stärker ausgeprägt war.
Quelle: Budney AJ, et al. J Subst Abuse Treat, 12. März 2008 (elektronische Veröffentlichung vor dem Druck)
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2008-04-18 23:07 von admin
Es gibt zunehmende Hinweise, dass die Störung des Endocannabinoidsystems zur Entwicklung epileptischer Anfälle führt, was anzeigt, dass Endocannabinoide eine schützende Rolle bei der Unterdrückung einer krankhaften Erregbarkeit der Nerven spielen. Neuere Forschung zeigt, dass der CB1- Rezeptor im Vergleich mit gesunden Personen im Hippokampus von Epileptikern auf ein Drittel herunterreguliert war.
Quelle: Ludányi A, et al, J Neurosci 2008;28(12):2976-90
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2008-04-18 23:04 von admin
In einer Übersicht für die Zeitschrift Current Opinion in Psychiatry werden Forschungsergebnisse präsentiert, nach denen der rechtliche Status nur geringe Wirkungen auf den Umfang des Cannabiskonsums hat. Der Autor stellt fest, dass “nahezu alle frühere Übersichten zur gleichen Schlussfolgerung gelangen: die Entkriminalisierung von Cannabis führt nicht zu einer erheblichen Zunahme der Cannabiskonsumraten”.
Quelle: van den Brink W. Curr Opin Psychiatry 2008;21(2):122-6.
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2008-04-18 23:02 von admin
Das bevorstehende Rauchverbot in holländischen Gaststätten und Restaurants bezieht sich nicht auf Zigaretten, die nur aus Cannabis bestehen. Dies schrieb Gesundheitsminister Ab Klink in einem Brief an das Parlament.
Quelle: NIS-News-Bulletin vom 27. März 2008
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2008-04-18 22:59 von admin
Kanada: Ärzte erhöhten in den vergangenen Jahren die Dosis von Cannabis für medizinische Zwecke
Kanadische Ärzte haben die täglichen Cannabisdosen für Patienten, die Cannabis aus medizinischen Gründen verwenden, nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen Jahren erhöht. Die Zunahme der verschriebenen Dosen ist in einem aktuellen Bericht über die Ansichten von Ärzten hinsichtlich der Verwendung von Cannabis angeführt. Die Studie fand heraus, dass bei den Ärzten Unklarheit über die Empfehlung des Gesundheitsministeriums hinsichtlich der maximalen Dosierung besteht. Nach dem Bericht stellt eine Überdosierung oder eine Dosierung oberhalb einer “optimalen” Grenze für die meisten Ärzte keinen Grund zur Sorge oder überhaupt zu einer Überlegung dar.
Die Studie fand eine einheitliche Zustimmung oder sogar “enthusiastische Unterstützung” unter den Ärzten für die Absicht des Gesundheitsministeriums, getrockneten Cannabis an Apotheker abzugeben, die darin unterrichtet worden sind, wie sie es an Patienten abgeben sollen. Sie schlugen allerdings vor, dass die Qualität verbessert werden und der Preis reduziert werden sollte, bei gleichzeitiger Sicherstellung, dass die Krankenversicherungen die Kosten übernehmen. Der Bericht über diesen Trend folgt auf die Kampagne des Gesundheitsministeriums aus dem vergangenen Sommer, die Dosierung unter fünf Gramm zu halten.
Quelle: Ottawa Citizen vom 18. März 2008
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2008-04-18 22:55 von admin
USA: Freispruch eines medizinischen Cannabiskonsumenten in Texas
Nach Auffassung der Geschworenen eines texanischen Gerichts benötigte ein Mann, der wegen illegalen Cannabisbesitzes angeklagt war, die Droge, um Symptome seiner HIV-Infektion zu behandeln. Die Geschworenen benötigten am 25. März weniger als 15 Minuten, um bei dem 53-jährigen Tim Stevens zu dem Urteil “nicht schuldig” zu gelangen. Sein Anwalt hatte ihn damit verteidigt, dass der Cannabiskonsum eine Notwendigkeit zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen seines Mandanten darstelle. Es wird davon ausgegangen, dass es sich um die erste erfolgreiche Verwendung der “Notwendigkeitsverteidigung” in einem texanischen Cannabisfall handelt. Texas zählt nicht zu den zwölf Staaten der USA, die die medizinische Verwendung von Cannabis legalisiert haben.
Stevens, bei dem 1986 eine HIV-Infektion diagnostiziert worden war, leidet an Übelkeit und zyklischem Erbrechen, eine Erkrankung, die so schwerwiegend ist, dass sie in der Vergangenheit Krankenhausaufenthalte erforderlich machte. Er wurde im Oktober verhaftet, als er auf der Veranda eines Hauses saß und Cannabis rauchte. Unter den Zeugen der Verteidigung befand sich Dr. Steve Jenison, der medizinische Direktor des Büros für Infektionskrankheiten des Gesundheitsministeriums von Neumexiko. Er sagte aus, dass Stevens den Cannabis zur Linderung seiner Symptome benötige.
Quelle: Associated Press vom 27. März 2008
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