Hydroponik
Die Vorteile der hydoponischen Hanfzucht hat klare Vorteile gegenüber dem Hanfanbau auf Erde: weniger Dreck, weniger Krankheiten und mehr Ertrag! Die Pflanzen kommen ohne Erde aus, da die Wurzeln direkt von einer Nährstofflösung umspült werden. Durch die Zirkulation der Nährlösung wird ausserdem eine hervorragende Sauerstoffversorgung gewährleistet. Dadurch wird die Nährstoffaufnahme wesentlich beschleunigt. Die Grundinstallation eines Hydrosystems ist zwar etwas aufwendiger gegenüber Erdkulturen, dafür ist das spätere Handling aber wesentlich einfacher.
Beim hydroponischen Hanfanbau wird statt Erde ein Substrat verwendet. Dieses dient ausschliesslich dazu, den Wurzeln Halt zu geben. Die gängigsten Substrate sind Steinwolle, Perlit, Vermiculit und Kokosfasern. Einige wollen wir etwas näher beschreiben…
Steinwolle
Steinwolle ist ein steriles, mineralisches Substrat, welches ein sehr gutes Wasser- und Sauerstoffhaltevermögen hat. Es gibt Grodan Steinwollstartwürfel für die Stecklingszucht (meist vorgesteckte Anzuchtmatten), Grodan Steinwollwuerfel und Grodan Steinwollmatten. Da Steinwolle ein hydrophiles Substrat ist und somit sehr viel Wasser festhält, muss es in Zyklen bewässert werden. Eine zu häufige Bewässerung führt zu Schimmelbildung an den Wurzeln, was zum Absterben der Cannabispflanze führen kann. Es ist schwierig, den richtigen Rhythmus für die Bewässerung zu finden, da jede Pflanze je nach Entwicklungsstadium und Größe einen unterschiedlichen Bedarf an Nährlösung hat. Hier bietet sich ein Bewässerungsset mit Nährstofftank an, oder ein System aus Tauchpumpe und Tropfern.
Achtung: Trockene Steinwolle nicht ohne Handschuhe, Mund- und Augenschutz verarbeiten!
Da Steinwolle von Natur aus einen hohen PH-Wert hat, muss sie 24 Stunden vor dem Einsatz in einer Lösung mit einem PH-Wert von 4-5 eingeweicht werden. Einmal wöchentlich sollte man eine mit Enzymen angereicherte Lösung verabreichen, damit sich verrottete Wurzelreste abbauen können und von den Cannabispflanzen verwertet werden können. Die Enzyme hemmen auch das Wachstum verschiedener Wurzelpilze.
Perlit
Perlit eignet sich hervorragend für den Einsatz in passiven Hydrosystemen oder auf einem Ebbe-Fluttisch. Es ist ein vulkanisches Gestein, dass sich auch als Substratmischung für Sämlinge oder Stecklinge eignet. In Erdmischungen wird es ungefähr zu einem Viertel beigemengt und trägt dann zur Strukturverbesserung bei. Perlit ist sehr porös und leicht und setzt sich aus kleinen, weißen Kieselsteinen zusammen. Bei der Verarbeitung sollte es feucht sein, oder man sollte einen Mundschutz tragen, da gesundheitsschädlicher Staub freigesetzt wird.
Vermiculit
Vermiculit besitzt eine extrem hohe Wasserspeicherfähigkeit. Es ist ein Substrat aus geblähtem Glimmerschiefer und kommt vor allem in passiven Hydrosystemen zum Einsatz. Meistens wird es mit anderen Substraten wie Perlit oder Erde vermischt, da es im Laufe der Zeit zerbröckelt und sich senkt.
Man unterscheidet hydroponische Systeme grundsätzlich in passive und aktive Systeme!
Passive Hydroponik
In einem passiven hydroponischen System steht die Cannabispflanze in einem Topf mit der Substratmischung (Perlit-Vermiculit oder Perlit-Steinwolle). Das Gefäß ist mit flüssiger Nährlösung gefüllt, was den Nachteil hat, dass das Wasser stillsteht und so die Gefahr der Entstehung von Krankheitserregern zunimmt. Die fehlende Zirkulation führt auch dazu, dass der Sauerstoffgehalt des Wassers schnell abnimmt und so das Wurzelwachstum hemmt. Dieses System wirft nur mittelmäßige Erträge ab (wie beim Hanfanbau auf Erde) und ist mehr für Einsteiger geeignet.
Aktive Hydroponik
In aktiven Systemen steht die Hanfpflanze in einem mit Substrat gefüllten Behälter, in dem sie automatisch entweder kontinuierlich oder zyklisch von einer Nährlösung umspült wird. Bei den ativen hydroponischen Systemen unterscheidet man zwei Kategorien: offene und geschlossene Systeme. In den offenen zirkuliert die Nährlösung um die Wurzeln und durch das Substrat und fliesst danach wieder ab. In geschlosseen Systemen zirkuliert die Nährlösung durch das Substrat und Überschüsse werden wieder aufgefangen und dem Kreislauf wieder zugeführt.
Ebbe-Flutsystem
Die Cannabispflanzen werden auf den Ebbe-Flut-Tisch gestellt und zyklisch bewässert, indem die Nährlösung vom Wassertank zu den Wurzeln fliesst und nach einer gewissen Zeit wieder in den Nährstoffbehälter zurück gepumpt wird. Somit kann es nicht zu einer Überschwemmung des Growraums kommen. Die Einstellung der Bewässerungszyklen erfordert etwas Fingerspitzengefühl.
NFT-System (Nutrient Film Technic)
Beim NFT-System fliesst die Nährlösung aus dem Tank auf den NFT-Tisch und von dort aus wieder in den Tank. Diese Zirkulation gewährleistet eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Wurzeln. Durch die ständige automatische Wasserversogung ist der Arbeitsaufwand sehr gering.

