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Langzeitiger starker Cannabiskonsum könnte zwei wichtige Gehirnregionen schrumpfen lassen

Nach Forschung einer australischen Arbeitsgruppe könnte starker langzeitiger Cannabiskonsum zwei Gehirnregionen (Hippocampus und Amygdala), die reich an Cannabinoidrezeptoren sind, schrumpfen lassen. Die Wissenschaftler hatten Aufnahmen des Gehirns von 15 Cannabiskonsumenten (mittleres Alter: 39,8 Jahre), die mindestens 10 Jahre lang (durchschnittlich 19,7 Jahre) täglich mindestens 5 Cannabiszigaretten konsumiert hatten mit 16 Nichtkonsumenten (mittleres Alter: 36,4 Jahre) verglichen. In der Cannabisgruppe war das Volumen des Hippocampus im Durchschnitt 12 Prozent und das Volumen der Amygdala im Durchschnitt 7 Prozent kleiner. Der Hippocampus spielt eine wichtige Rolle beim Gedächtnis und bei Emotionen, und die Amygdala spielt eine wichtige Rolle bei Angst und Aggressionen. Die Cannabiskonsumenten wiesen zudem häufiger geringe Anzeichen psychotischer Störungen auf.

Der Artikel erzielte viel Aufmerksamkeit in den Medien. Kritiker wiesen darauf hin, dass diese Forschung nur mit wenigen Teilnehmern durchgeführt worden sei, und dass die große Mehrheit der Cannabiskonsumenten nicht solche starken Konsumraten aufwiesen. Frühere Forschung durch Wissenschaftler der Harvard-Universität in Boston (USA) aus dem Jahr 2005 hatte keine Unterschiede des durchschnittlichen Volumens des Hippocampus bei 22 langzeitigen starken Cannabiskonsumenten und 26 Nichtkonsumenten gefunden. Die Forscher der neuen Studie räumten ein, dass ihre Untersuchung nicht beweise, dass Cannabis und nicht ein anderer Faktor die Unterschiede erklärt. Forschungsleiter Dr. Murat Yucel erklärte jedoch, dass die Befunde sicherlich nahe legten, das Cannabis die Ursache war.

Quellen: Reuters vom 2. Juni 2008; Yucel M, Solowij N, Respondek C, Whittle S, Fornito A, Pantelis C, Lubman DI. Regional Brain Abnormalities Associated With Long-term Heavy Cannabis Use. Arch Gen Psychiatry 2008;65(6):694-701. 

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