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Marihuana nur für Muemmelmaenner angebaut?

Rheine. Marihuana für Mümmelmänner: Das ist die Geschichte, die eine 41-jährige Rheinenserin am Dienstag vor Gericht erzählte. Gegen ihre innere Unruhe wollte sich die nicht praktizierende Heilpraktikerin als Medikament Marihuana verordnen. Dummerweise habe sie im Coffeeshop in Enschede nur männliche Samen bekommen.

Die - so berichtete sie vor Gericht - seien aber untauglich für die Herstellung von Cannabis. Also habe sie die Körner im Garten verstreut - nicht zur Gewinnung von Cannabis, sondern als Futtermittel für ihre Kaninchen. Wie die Mümmelmänner auf die Marihuana-Mahlzeit reagierten, wurde vor dem Schöffengericht allerdings nicht diskutiert.

„Die klassische Anbauweise von Rauschgift,“ sagte Richter Büssemaker, vor dem sich die 41-Jährige wegen Anbaus und Besitzes von Marihuana verantworten musste
Die Heilprakterin berichtete weiter, dass sie seit ihrer Kindheit an Unruhezuständen leide und diese immer falsch bekämpft habe, mal mit exzessivem Alkoholkonsum, aber auch mit Marihuana-Joints. Sie sei von Arzt zu Arzt gereist, niemand habe ihr helfen können. Bis 2004 ein ADHS-Syndrom bei ihr diagnostiziert und sie medikamentös eingestellt worden sei. Seitdem gehe es ihr wesentlich besser, sie trinke auch nicht mehr. Zuvor sei sie einige Male wegen psychischer Ausnahmesituationen in stationärer Behandlung gewesen. „Ich hatte auch oft Ausraster gegenüber den Kindern, die ich sehr bereut habe.“ Sie wollte immer eine gute Mutter sein und habe Wege gesucht, ruhiger zu werden, meistens jedoch die falschen. Einmal ist sie wegen einer Trunkenheitsfahrt vorbestraft. Sie habe sich bei dem Marihuana-Anbau nichts gedacht: „Weil es sich ja nur um männliche Pflanzen handelte.“

Das alles kam ans Licht, weil Drogenkonsumenten den Stoff gerochen und an ihrem Haus geklingelt hatten. Die 22-jährige Tochter öffnete die Tür und stand vor zwei Erpressern, die sie aufforderten, das „Gras“ abzuernten und an sie auszuliefern. Ansonsten wollten sie sie anzeigen. Wie es zur Anzeige kam, ist nicht bekannt. Die Erpresser sind inzwischen verurteilt. Am Dienstag kam die 41-Jährige mit vier Monaten auf Bewährung und 60 Sozialstunden sehr glimpflich davon.

VON MONIKA KOCH

Quelle: borkenerzeitung.de

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