Sativex und multiple Sklerose
Vorläufige Ergebnisse einer Studie mit Sativex bei neuropathischen Schmerzen wegen multipler Sklerose
Am 8. April gab GW Pharmaceuticals vorläufige Ergebnisse einer Plazebo-kontrollierten Phase-III-Studie ihres Cannabisextrakts Sativex bei 339 Patienten mit zentralen neuropathischen Schmerzen bei multipler Sklerose, die mit den bestehenden Therapien keine ausreichende Schmerzlinderung erzielten, bekannt. Der primäre auf die Wirksamkeit bezogene Endpunkt der Studie war der Anteil der Patienten, deren Schmerzen auf einer numerischen Skala von 1 bis 10 um mindestens 30 Prozent reduziert wurde. 50 Prozent der Patienten unter Sativex erzielten eine Schmerzreduzierung um mindestens 30 Prozent. Wegen einer unerwartet hohen Zahl von ansprechenden Patienten in der Plazebogruppe wurde allerdings keine statistische Signifikanz erreicht, auch wenn der Unterschied zwischen der Sativexgruppe und der Plazebogruppe klar zu Gunsten von Sativex ausfiel.
Nach Bekanntwerden der negativen Ergebnisse fiel der Wert der Aktien von GW Pharmaceuticals innerhalb eines Tages um etwa ein Viertel. Diese Studie ist eine von drei Phase-III-Studien mit Sativex, die im Jahr 2008 durchgeführt werden, jede mit einer anderen Indikation. Die andere europäische Phase-III- Studie zur MS-Spastik, die von den britischen Zulassungsbehörden verlangt wurde, um für diese Indikation eine Zulassung zu erhalten, soll später in diesem Jahr abgeschlossen werden. Nach der Pressemitteilung zielt die Strategie von GW auf die Zulassung von Sativex für MS-Spastik in Europa und für Krebsschmerzen in den Vereinigten Staaten.
Quellen: Pressemitteilung von GW Pharmaceuticals vom 8. April 2008, Independent vom 9. April 2008




