Schweizer Schueler kiffen sich in die vordersten Raenge
Das Image der Schweizer Jugendlichen als Rauschtrinker und Vielraucher ist laut einer Studie falsch. Nur Kiffen lieben sie mehr als ihre Peers in anderen Ländern. Ein Drittel aller Schweizer Schüler hat schon einmal gekifft.
Schweizer Jugendliche sind im internationalen Vergleich Meister im Kiffen: 31 Prozent der Schüler haben schon einmal gekifft. Im weltweiten Schnitt sind dies nur 18 Prozent.
Den Schweizer Jugendlichen darf aber punkto Zigaretten und Alkohol ein Kränzchen gewunden werden: Wie die Schweizerische Fachstelle für Alkohol und andere Drogenprobleme (SFA) mitteilt, ist der regelmässige Alkohol- und Tabakkonsum von Schweizer 11- bis 15-Jährigen tiefer als im Durchschnitt der Länder in Europa und Nordamerika.
Zu diesem Schluss komme internationale Schülerbefragung, welche das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Universität Edinburgh kürzlich für die Jahre 2002 bis 2006 veröffentlichte. Aus dieser geht weiter hervor, dass die Raucherraten in den meisten der untersuchten 41 Länder zurückgehen. Beim Alkoholkonsum hingegen ist die Entwicklung uneinheitlich.
Situation in der Schweiz
In der Schweiz nimmt der Konsum von Tabak, Alkohol und Cannabis von 15-Jährigen seit 2002 ab. Beim Alkohol sei der Rückgang unter Schweizer Schülern sogar «beachtlich», schreibt die SFA. So lag die Schweiz bezüglich «Trunkenheitserlebnissen» von Jugendlichen im unteren Viertel des Ländervergleichs. Hier zu Lande gaben nur 23 Prozent der 15-Jährigen an, mindestens zwei Mal in ihrem Leben betrunken gewesen zu sein. Im internationalen Durchschnitt sind es 33 Prozent. Punkto rauchenden Teenagern figuriert die Schweiz im unteren Drittel der Länder: Im Jahr 2002 rauchten 23 Prozent der Schweizer Jugendlichen mindestens wöchentlich, international waren es im Schnitt 24 Prozent. Vier Jahre später rauchten in der Schweiz nur noch 15 Prozent der 15-Jährigen wöchentlich. Im Durchschnitt aller Länder waren es 19 Prozent.
Kiffen im Vormarsch
Als Vorbild dürfe sich die Schweiz deshalb dennoch nicht darstellen: «Die jüngste Entwicklung ist positiv. Sie darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch zu viele Jugendliche trinken, rauchen und kiffen,» wird SFA-Direktor Michel Graf zitiert. Gerade beim Kiffen lägen die Schweizer Teenager noch in den vorderen Rängen. So haben laut SFA 31 Prozent der hiesigen Schüler schon einmal gekifft. In allen anderen Ländern taten dies im Schnitt nur 18 Prozent.
Das weniger häufige Rauchen der Schweizer Jugendlichen führt die SFA unter anderem auf die Anti-Rauch-Kampagnen und Rauchverbote zurück. Der geringere Alkoholkonsum hänge wohl mit der intensiven Diskussion über das Rauschtrinken zusammen sowie mit den eingeführten Steuern auf Alcopops und den Verkaufsverboten an Jugendliche in Läden.
Quelle: AP, 20min.ch




